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3 Antworten zu “Handlungsfeld Gebäude”
  1. Kai sagt:

    Wie will man die Zersiedelung von Münchens Umgebung eindämmen, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel stärken, den Arbeitsweg mit Radl oder zu Fuß von der Ausnahme zur Regel machen und für eine sozial durchmischte Stadt sorgen, wenn bezahlbarer Mietwohnraum innerhalb des U-Bahnbereichs immer seltener wird? Wer weiß ein Rezept, mit dem man es schafft, modernen Wohnraum für nicht mehr als 10 Euro / Quadratmeter Mietzins in Innenstadtnähe zu errichten? Wenn da niemand eine Idee hat – nicht mal die, die davon Ahnung haben sollten –, dann muss ich (Akademiker, guter Job) mich bald wieder von München verabschieden. Und die bemitleiden, die bleiben müssen.

  2. Gunhild Preuß-Bayer sagt:

    Lieber Kai,
    nicht nur Kapitalismus, Gier und hohe Grundstückspreise bewirken dies, sondern z.B. auch Vorschriften wie diese, dass zu jeder Wohnung ein Stellplatz errichtet werden muss. In München heißt das: Tiefgarage.
    Die Kosten für solch einen Platz liegen in dünner besiedelten Gegenden mit größeren Grundstücken, wo man halbwegs frei bei der Planung ist, schon bei 15.000.- bis 20.000.- Euro. Eine Miete dafür, die die Kapitalkosten und die Bewirtschaftung deckt, mag kein Autofahrer zahlen. (Rechne mal überschlägig 5% Zins + Erstellungskosten über 30 Jahre geteilt + 20.-/Monat Hausmeisterkosten/Licht/kleine Reparaturen/…), schon bist Du bei einer Miete von jährlich 750 /1000 + 500 / 666 + 240 = 1490 / 1906, also monatlich deutlich über 100.- Euro.

    Hier in der Maistraße/Waltherstraße haben wir ein Beispiel von Stellplätzen, die fast 40.000 Euro im Kauf kosten – der Verkäufer sagte mir, damit seien aber die Baukosten nicht abgedeckt.
    So was kann man noch dem Käufer einer Hochpreiswohnung vermitteln, aber keinem Mieter. Wer also ein Haus baut, schiebt solche Kosten lieber teilweise auf den Wohnungspreis, das zahlen die Mieter eher.

    Und ein autofreier Haushalt ist nicht beglückt, wenn er zur Mietwohnung eine Duplexgarage dazu bekommt, auf der man nicht mal Fahrräder abstellen kann. Es gibt leider keine Pflicht, für jeden Haushalt 3 Radstellplätze (unter Dach, diebstahlsicher und leicht zugänglich) zu bauen.

    Hier wird also viel Geld für Flächen vergraben, die viele nicht brauchen. Billiger zu errichtende Fahrradräume fehlen aber.

    Ohne Stellplatzerrichtungspflicht könnte man Wohnkosten senken und Menschen in der Stadt der (nicht kurzen, aber doch kürzeren) Wege halten.

  3. Lieber Kai,

    noch eins dazu. Die neue Studie “Mobilität in Deutschland” hat gezeigt. dass in München überhaupt nur 2/3 der Haushalte einen Stellplatz haben. Die Zahl der Menschen, die in irgendeiner Form für einen sinnlosen Stellplatz zahlen müssen, ist also ganz hübsch groß. Und, wie ich oben vorgerechnet habe, handelt es sich um viel Geld.

    Nebenbei, auch die Steuerzahler sind alle an den Kosten beteiligt. Wo z.B. Sozialwohnungen (auch die der städtischen Wohnungsbaugesellschaften) gebaut werden oder Menschen Wohngeld bekommen, ist ein Teil der Wohnkosten ebenfalls für das Erbauen eines Stellplatzes entstanden.

    Dass mehr Aushub anfällt, mehr Baustoffe gebraucht werden (Beton und Stahl), all dieses transportiert und irgendwo abgebaut und irgendwo anders deponiert wird, um diese Stellplätze zu errichten, ist zusätzlich eine ökologische Belastung.

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